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Stimme für notleidende Kinder e.V.
Der Verein Stimme für notleidende Kinder e.V. setzt sich zusammen aus einer
Gruppe von Leuten aus dem Raum Kiel, die durch Wanderungen im Himalaya das Land Nepal näher kennengelernt haben:
"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass in der Hauptstadt Kathmandu Kinder im Alter von unter 10 Jahren, in der Regel
Waisen, obdachlos und frierend in kleinen Gruppen am Straßenrand oder in Hauseingängen übernachten. Der Anblick dieser
Straßenkinder, die aus finanzieller Not von noch vorhandenen Angehörigen weggeschickt oder auch aus eigenem Antrieb
weggelaufen sind, und deren Zahl im Jahr 1998 allein in Kathmandu inzwischen auf etwa 1500 geschätzt wird, hat sich uns eingeprägt. Dies
war schliesslich für uns der Anlass, aktiv zu werden um wenigstens einigen Kindern dieses Schicksal zu ersparen."
Der Verein
Der Verein Stimme für notleidende Kinder ist ein kleiner, als gemeinnützig anerkannter Verein, der 1998
gegründet wurde und der seither in Nepal ein kleines Waisenhaus betreibt. Das Projekt wird mindestens zweimal im Jahr von uns besucht, daneben besteht weiterer regelmäßiger Kontakt, so dass eine kontinuierliche Begleitung auch von Deutschland aus gewährleistet ist.
Wir freuen uns über jede Spende!
Das Geld fliesst ausschließlich in die Hilfe vor Ort. Die sonst üblichen Verwaltungskosten entfallen vollständig,
da sich alle Vereinsmitglieder unentgeltlich engagieren. Auch sämtliche Reisekosten für die regelmäßigen Besuche aus
Deutschland werden aus privaten Mitteln finanziert.
Eine Spendenquittung wird Ihnen selbstverständlich am Jahresende zugesandt.
Nepal
eine Nepalesin stellt ihr Land vor
von Karma Tamang
Auf der Landkarte findet man Nepal zwischen Indien und Tibet/China. Der kleine Staat erstreckt sich ca. 900 km
entlang der Südflanke des Himalayas und ist zwischen 150 und 250 km breit. Die Gesamtfläche beträgt 147.181 km².
Auf diesem Raum bietet das Land ethnischen und sprachlichen Reichtum sowie landschaftliche Mannigfaltigkeit.
Nepal beherbergt nahezu alle Klimazonen der Erde vom tropischen Klima der Flachlandgebiete (Tarai) entlang der
südlichen Grenze zu Indien bis hin zum ewigen Eis der Gipfelregionen des Himalaya (Himal). Dazwischen erstreckt sich
das nepalische Bergland (Pahad) mit Gipfeln bis über 4000 m Höhe. Von den zehn höchsten Bergen der Welt liegen acht
in Nepal, darunter auch Sagarmatha (Mount Everest), der höchste Berg auf dieser Erde. Der Höhenunterschied beträgt
von 68m über dem Meer in Terai bis zu 8848m in der Himal-Region. Durch die Höhen- und Klimaunterschiede beherbergt
das Land eine vielfältige Fauna und Flora.
Kathmandu ist die Hauptstadt von Nepal. Da sie an allen Seiten von Bergen umrandet ist, nennt man sie auch das
Kathmandutal. Das Kathmandutal ist aufgeteilt in Kathmandu (Kasthamandap), Lalitpur (Patan) und Bhaktapur (Bhadgaon).
Jede dieser Städte hat eigene Entstehungsgeschichte und historische Bedeutung. Die offizielle Religion ist der
Hinduismus (rund 80% der Bevölkerung). Darüberhinaus ist der Buddhismus (rund 15% der Bevölkerung) sehr verbreitet.
Christentum (ca. 2%) und Islam (ca. 3%) sind auch sporadisch zu finden. Die Bevölkerung feiert buddhistische und
hinduistische Feste gemeinsam, und die verschiedenen Religionsgemeinschaften leben friedlich miteinander.
Vor hunderten von Jahren war das Volk in vier Gruppen aufgeteilt: Brahmen oder Bahun (Priester), Chetri
(Politiker und Geschäftsleute), Baishya (Bauern und kleine Händler) und Sudra (Schuhmacher, Schneider und
andere Handwerker). Angehörige hoher Hindukasten (Brahmen, Chetri) dominierten seit Jahrhunderten Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft des Landes. Sie machten ihre Kultur und Denkweise zur Grundlage von Staat und Gesetz.
Diese Aufteilung ist nicht mehr so ausgeprägt und insbesondere in den gro?en Städten ist davon nichts mehr zu spüren.
Diese historischen Zusammenhänge von Kasten und der Entstehung Nepals sind von größter Bedeutung für das Verständnis
des modernen Nepal.
Es existieren in Nepal über 50 Volksgruppen mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Religionen. Sie
besitzen eigene Sitten und Gebräuche. Nepal zeichnet sich durch eine enorme Sprachenvielfalt aus. Neben der National-
und Amtssprache Nepali, die auch als lingua franca dient (nur ca. 50% der Bevölkerung verstehen sie, aber nicht
alle können sie auch lesen oder schreiben), sind alle anderen Sprachen des Landes seit 1990 als nationale Sprachen
anerkannt. Die Analphabetenrate beträgt schätzungsweise 55%.
Nepal hat wie fast alle anderen Entwicklungsländer auch ein Problem bezüglich des Bevölkerungswachstums. Zurzeit
leben ca. 28 Millionen Menschen in Nepal, davon 2 Millionen in Kathmandu. Viele sind aus Indien, Bhutan und hauptsächlich
aus Tibet zugewandert.
Obwohl Nepal eigentlich das wasserreichste Land nach Brasilien ist, gibt es dort keine ausreichende
Trinkwasserversorgung. Die hygienischen Bedingungen lassen auch sehr zu wünschen übrig. Es gibt zwar keine
Hungersnot, aber die Kindersterblichkeit ist durch die schlechte Ernährung und Hygiene sehr hoch. Einige Kinder gehen
zur Schule, aber die meisten von ihnen schaffen es aus finanziellen Gründen nicht bis zum Abschluß. Mädchen und
Frauen sind immer noch sehr benachteiligt. Sie müssen zu Hause arbeiten und sich um die Familie kümmern. Es wird auch
sehr früh geheiratet.
80% der Bevölkerung lebt vom Ackerbau. Das bergige Land macht vieles noch schwieriger. Die moderne Glitzerwelt
in Kathmandu zieht viele junge Leute aus den Bergen in die Hauptstadt. Sie hoffen auf eine bessere Zukunft in der
Stadt und wollen ihren Lebensunterhalt nicht mehr aus der Landwirtschaft bestreiten.
Das Bruttosozialprodukt Nepals beträgt pro Kopf ungefähr 1.600 US$. Zum Vergleich die Zahl für die Bundesrepublik
Deutschland: 30.150 US$. Viele internationale Hilfsorganisationen helfen Nepal in verschiedener Weise. Leider wird
durch Korruption die Entwicklungshilfe häufig nicht richtig umgesetzt. Insbesondere die kleinen Hilfsgruppen leisten
sehr viel, da sie gemeinsam mit den Bürgern arbeiten. Dies hebt das allgemeine Selbstbewußtsein.
Es ist noch sehr viel zu tun; angefangen von der Verbesserung des Ausbildungssystems bis zur Beseitigung der
Umweltprobleme. Die Probleme haben sich durch den Bürgerkrieg von 1994 bis 2006 verschärft.
Jeder noch so kleine Stein trägt zum Aufbau eines Hauses etwas bei - und so trägt jede Hilfe zum Aufbau von
Nepal etwas bei. Jede Art von Unterstützung ist sehr willkommen. |
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