Stimme für notleidende Kinder e.V.

 

 

 

 

Zuerst die wichtigste Nachricht. Wir waren sofort nach dem Beben in Kontakt mit Prabin, einem unserer Kinder, der mittlerweile Ingenieurswesen studiert. Er hatte bereits recherchiert und konnte uns mitteilen, dass vermutlich alle unsere Kinder überlebt haben. Allerdings haben wir bis heute von einem Jungen, der gerade die Schule beendet hat und in sein Heimatdorf nahe der tibetischen Grenze zurückgekehrt ist, noch kein Lebenszeichen.
Wir haben vereinsintern natürlich diskutiert, ob und in welchem Umfang wir direkt Hilfe vor Ort leisten können. Dafür sprach, dass jetzt der soziale Gedanke und vor allem auch die Ehrlichkeit von unseren Kindern, die in einem Waisenhaus aufgewachsen sind, weitergetragen werden kann. Die ältesten unserer Kinder haben sich spontan zu unentgeltlicher Hilfe bereit erklärt und dies mit großem Engagement bisher auch umgesetzt.
Prabin, der erst 20 Jahre alt ist und der 2 Jahre ältere Surendra (das erste Kind, das wir aufgenommen haben), sind mit unserer finanziellen Unterstützung in abgelegene Dörfer gefahren und haben dort Lebensmittel, Decken und Planen hingebracht. Prabin fotografiert jede Rechnung und schickt sie uns um nachzuweisen, wofür er Geld ausgegeben hat. Die Abrechnung erfolgt penibel bis auf jede Rupie, was schon sehr ungewöhnlich für nepalesische Verhältnisse ist.
Mittlerweile hat ein zweites größeres Erdbeben noch mehr Verwüstungen angerichtet. Unsere Jungs haben inzwischen noch eine weitere Fahrt in entlegenere Dörfer gewagt, sind auch noch Stunden zu Fuß unterwegs gewesen und haben 30 Zelte, 85 Decken, Salz, Öl , Nudel, Reis zu den Familien gebracht (Fotos von beiden Aktionen weiter unten). Unsere Hilfe sollte in erster Linie alleinerziehenden Müttern und Familien mit Kindern zugutekommen, was aus logistischen Gründen aber nicht immer einfach ist. In den nächsten Tagen planen wir eine dritte Fahrt in zerstörte Dörfer.
Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung haben wir beschlossen nach der Akuthilfe den Aufbau von Schulen zu unterstützen, bzw. eine wie auch immer geartete Form von Unterricht. Gerade jetzt dürfte es für die Kinder wichtig sein, wieder in die Schule zu gehen um nicht permanent der schwierigen Lage ausgesetzt zu sein, sondern ein Stück Normalität wieder zu erleben. Eine Schulspeisung wäre sicherlich auch sehr sinnvoll.
An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich für die große Anteilnahme und die bisher erfolgte großzügige finanzielle Unterstützung danken. Wir bitten Sie, diesen Bericht an Freunde und Bekannte weiterzuleiten und wenn Sie spenden möchten, können Sie das gern mit einer Überweisung auf unser Konto (Raiffeisenbank Nortorf, BLZ 214 63 603, KtoNr. 385 64 61, Stichwort "Stimme für notleidende Kinder") tun. Wir können allen Spender versichern, dass in unserem Verein keinerlei Verwaltungs- und Reisekosten berechnet werden, so dass wirklich jeder Cent den Hilfsbedürftigen zu Gute kommt.

Kiel, den 14.5.2015
Christine Klett-Esters
Für den Vorstand