Initiative zur Erhaltung der Soziologie in Schleswig-Holstein

 

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Mail an die IESSH:
Soziologie
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10. November 2000:
Gespräch mit Dr. Jürgen Weber, MdL

Es bestehen, so führte Jürgen Weber aus, grundsätzlich zwei Möglichkeiten, auf das Strukturpapier des Rektorats der CAU zu reagieren, so denn der Erhalt der Soziologie das Ziel sein soll:
1. Druck auf das Rektorat durch die Sperrung benötigter finanzieller Mittel
2. Akzeptierung die Streichungsliste des Rektorats unter Anbringung nachträglicher Modifikationen Die erste Möglichkeit stellt einen nicht akzeptablen Weg dar. Also formulierte der Bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion die Option, bei den im kommenden Jahr (bereits wieder) anstehenden Zielvereinbarungsgesprächen - im Vergleich zu den verabschiedeten Zielvereinbarungen - verfeinerte Vorgaben zu machen. Hierüber können bestimmte Bereiche, die von der Landesregierung als integraler Bestandteil einer Landesuniversität angesehen werden, mit dem Rektorat festgeschrieben werden.
Allerdings musste die IESSH gegenüber Herrn Weber hier zum Ausdruck bringen, dass wir diese Vorschläge in dieser Form im Prinzip nicht für akzeptabel halten müssen, da durch die Akzeptanz des Strukturplans falsche Signale gesetzt werden.
Allerdings begrüßen wir den Vorschlag von Herrn Weber, unseren an den Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport, Dr. Ulf von Hielmcrone, gerichteten offenen Brief in den Ausschussgang einzubringen, um auf diese Weise das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Ziel sei dabei ein Beschluss des Ausschusses, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur zu beauftragen, durch seine weiteren Verhandlungen mit der Universität den Fortbestand der Soziologie sicherzustellen!
In der Folge haben wir mit Jürgen Weber einige Eckpunkte der jeweiligen Vorstellungen einer “innovativen” Universität, die ja am Ende eines Reformprozesses stehen sollte, ausgetauscht:
Jürgen Weber war der Auffassung, dass bestehende Rekrutierungsstrukturen aufgebrochen werden müssen. Innovativen Wissenschaftlern müssen neue Wege ohne Habilitation eröffnet werden, um in wissenschaftliche Leitungsfunktionen gelangen zu können. Dies wird durch eine Gesetzesinitiative von Frau Bulmahn geschehen.
Zudem hat Jürgen Weber Vorschläge gemacht, wie weitere strukturelle Voraussetzungen für die Innovationsfähigkeit der Universitäten geschaffen werden können. Er nannte in diesem Zusammenhang u.a. die Schaffung eines universitären Finanz-Pools, aus dem bspw. interdisziplinäre Projekte finanziert werden.
Derartige Vorschläge begrüßen wir sehr. Auch wir sehen insbesondere die feste Integration von “Reform- und Innovationsmotoren” als organisationale Bestandteile als notwendiges Ergebnis einer Reform an. Diese könnten universitäre Innovationsprozesse aus sich heraus generieren, ohne auf ständige Reformspritzen von oben (Rektorat) oder von außen (Rekrutierung neuer Wissenschaftler) angewiesen zu sein. D.h.: In der Universität müssten einerseits Institutionen eingerichtet werden, die zwischen den einzelnen Disziplinen vermitteln, und andererseits Institutionen, die die Kontakte zwischen Politik/Wirtschaft sowie der Universität mit den Bereichen Forschung und Lehre professionell (und nicht nur mit der Methode des Zufalls) gestalten. Erst, wenn diese “Motoren” eingebaut worden sind, ist die Universität als Organisation überhaupt auf dem Niveau vieler der großen Unternehmen, die die Universität mit ihren Studierenden versorgen will.
In der Diskussion über die Ziele einer Reform bestand unseres Erachtens weitreichende Übereinstimmung.

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