Initiative zur Erhaltung der Soziologie in Schleswig-Holstein

 

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22. Mai 2000: Gespräch mit Ralf Stegner,
Staatssekretär im
Ministerium für Bildung, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein

Dr. Stegner, äußerte sich wie folgt:
1. Er sieht die Politik noch nicht in der Pflicht, sofern der inneruniversitäre Meinungsprozeß noch nicht abgeschlossen ist.
2. Die Universität bedarf dringend einer Strukturreform, die mit den vorhandenen Mitteln bewältigt werden muß, d.h. es wird keinen finanziellen Mehraufwand geben.
3. Mehr Geld ist nach Meinung von Herrn Stegner nicht notwendig, da keine globale Unterfinanzierung bestehe.
4. Fünf Kriterien werden darüber entscheiden, welche Maßnahmen bei welchem Institut getroffen werden:
- Nachfrage der Studierenden
- Transferfähigkeit und Drittmittel
- fachliche Breite
- fachliche Leistung (Evaluation)
- Innovationsfreudigkeit (neue Abschlußmöglichkeiten)
Dabei sollen die Vorschläge auf Basis dieser Kriterien von der Universität selbst gemacht werden. Herr Stegner hat in diesem Zusammenhang einen eindeutigen Unterschied zwischen Struktur- und Organisationsfragen einerseits und Aspekten der Qualität / des Studienangebots andererseits gemacht. Es erschien, als würde die Zusammenlegung der beiden Institute (Soziologie und Politik) nicht ablehnend betrachtet. Zugleich stellte er sehr in Frage, ob die Hauptfachstudiengänge am Schluß tatsächlich abgeschafft werden würden. Daraus und aus seiner Aussage, er wisse nicht, ob die Zusammenlegung zu verhindern sei, läßt sich schließen, daß die Landesregierung diese Lösung wohl bevorzugen würde. Auf die Frage, ob die Landesregierung ein Interesse an der weiteren Forschung und Lehre der Soziologie an der CAU habe, wollte er bei laufendem Tonband nicht antworten. Er sagte lediglich, daß dies später anhand der Kriterien entschieden werden muß. Allerdings machte er zweierlei deutlich:
1. Die Kriterien werden nicht bei allen Instituten gleichermaßen angewandt, sondern das Gesamtbild entscheidet. Dabei werden diejenigen Institute mit internationalem Ruf weniger stark herangezogen.
2. Die Entscheidung wird maßgeblich von zukunftsweisenden Vorschlägen abhängen, die nicht den Status quo darstellen, sondern eine Vision, wie die CAU bzw. die Institute in 10 Jahren aussehen sollen. Daneben äußerte er sich dahingehend, daß das Inst. für polit. Wiss. z.T. besser abschneiden würde als die Soziologie, beispielsweise in der Auslastung. Er konnte uns allerdings nicht sagen, wie die von ihm genannten Zahlen berechnet werden. Bezüglich der Frage, ob Kiel eine Volluniversität bleiben soll, antwortete Herr Stegner eindeutig mit "Ja". Allerdings bedeute dies nicht, daß alle Studiengänge in Kiel oder Schleswig-Holstein angeboten werden müßten. Chancen sieht er in der Drittmittelbeschaffung, insbesondere im Bereich der Weiterbildung. Die eindeutigste Aussage war jedoch, daß sich die Chancen der einzelnen Institute eindeutig verbessern, je stärker diese sich in den Meinungsbildungsprozess innerhalb der Universität einmischen. Zusammenfassend kann unseres Erachtens behauptet werden, daß die Landesregierung eine Abschaffung des Studienganges nicht ohne weiteres genehmigen würde, jedoch mit einer Zusammenlegung der Insitute einverstanden wäre. Dies läßt sich unserer Meinung nach nur dann verhindern, wenn möglichst viele eigene Vorschläge auch von den Instituten selbst zu einer Reform mit mehr Wirtschaftlichkeit gemacht werden.

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